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Eine Tafel mit Formeln

Obermaubach

Traumapädagogische Intensivgruppe für Mädchen und Jungen ab 8 Jahren

Die traumapädagogischen Intensivgruppen der Einrichtung Hürtgenwald, Obermaubach und Trotzenberg sind integriert in der Fachabteilung „Traumapädagogik“ der Jugendhilfe Rheinland. Dort verankerte Mindeststandards und Haltungen sind orientiert an den Standards des Fachverbandes Traumapädagogik.

Die pädagogische Arbeit ist orientiert an dem von Welter-Enderlin entwickelten "Meilener Konzept" vom "Fallverstehen in der Begegnung" (Welter-Enderlin/Hildenbrand 2004) sowie der Dialogbereitschaft einer "Ich - Du Beziehung", die der Religionsphilosoph Martin Buber (Buber 1919) beschrieben hat. In der Angleichung und der Verknüpfung dieser beiden Grundhaltungen lässt sich am ehesten eine pädagogische Haltung beschreiben, die den Begriffen der Achtsamkeit und Wertschätzung weitergehende Bedeutung gibt.

Der pädagogische Rahmen

die heilende Gemeinschaft (nach Weiß, 2009):
Positive Beziehungserfahrungen beeinflussen die Möglichkeiten der Traumabearbeitungen positiv. Die Mitarbeiter der Gruppe bieten den Kindern stabile und transparente Beziehungen. Diese Beziehungsangebote beinhalten auch die Zeit für individuelle Kontakte im Alltagsverlauf der Gruppe. Es gibt verlässliche, planbare Zeit im Einzelkontakt eines Betreuenden mit den Kindern. Darüber hinaus finden verlässliche Kleingruppentermine statt, die bewegungsorientierte, kunst- oder musikorientierte Schwerpunkte haben. Ein nachvollziehbarer bebilderter Wochenplan, der regelmäßig mit den Kindern besprochen wird, ermöglicht es diesen, aktiv an der Gestaltung ihrer Alltagsrealität mitzuarbeiten und die Tagesabläufe nachzuvollziehen.

Das therapeutische Milieu

Die Organisation und klare Strukturierung des Alltags innerhalb der Gruppe bietet einen Rahmen, der den Kindern die Möglichkeit gibt, neue Erfahrungen machen zu können, die Veränderungsprozesse einleiten. Therapeutisches Milieu beinhaltet hier alle pädagogischen und therapeutischen Bemühungen, die die Kinder in ihrer Entwicklung fördern. So werden scheinbar einfache Alltagsabläufe zu wichtigen alltagspädagogischen Situationen, in denen Selbstwert und schrittweise Selbstbemächtigung gefördert werden können.
Alle Alltagssituationen sind wiederkehrend ritualisiert und hoch strukturiert, vorhersehbar und damit verlässlich und haltgebend. Es besteht eine offene und direkte Kommunikation. Entscheidungen und Planungen werden transparent und nachvollziehbar den Kindern nahe gebracht. Transparenz und Verlässlichkeit schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens. Das geduldige Erläutern der eigenen Absicht beinhaltet auch den Verzicht auf Machtdemonstrationen.

Der sichere Ort (nach Kühn, 2007)

Wichtig für die Arbeit in der traumapädagogischen Gruppe ist für die Kinder die Erfahrung, dass ihre Umwelt sicher und kontrollierbar ist und Mitbestimmungsmöglichkeiten beinhaltet. Es muss eine Atmosphäre geschaffen sein, die Mut macht, sich mit neuen Verhaltensweisen auszuprobieren.
Dies gilt auch für die Pädagogen/innen im Team, die einen geschützten Handlungsraum benötigen, um „sicher" und mit ihrer gesamten Persönlichkeit arbeiten zu können.

Die systemische Haltung

Die Annahme, dass jedes Verhalten im jeweiligen Lebenskontext Sinn macht, ermöglicht die notwendige Akzeptanz und Wertschätzung der bisherigen Verhaltensweisen von traumatisierten Kindern. Mit der Verknüpfung des bisherigen Verhaltens als wichtige und gute Lösung in belastenden Lebenssituationen wird es möglich, in einer veränderten Lebensrealität neue Verhaltensweisen auszuprobieren.
Sichere vorhandene familiäre und außerfamiliäre Bindungen werden im Hilfeverlauf ebenfalls mit einbezogen. Systemische Methoden, wie das Familienbrett, Skulptur- und Genogrammarbeit, sind Teile einer umfassenden Eingangsdiagnostik

Das Konzept der Elternarbeit

Für alle Gruppen gilt ein besonderes und an den Bedürfnissen der Kinder orientiertes Konzept für den Umgang und möglichen Kontakten der Kinder mit den Eltern und Herkunftssystemen. Bei Bedarf wird die Elternarbeit der Gruppen familientherapeutisch begleitet.